Im Akt entscheidet das Licht, was man sieht und was im Dunkeln bleibt. Die Prinzipien dafür haben Maler vor 400 bis 500 Jahren entwickelt. Ich arbeite heute mit Studioblitzen, die Fragen sind dieselben geblieben.
Chiaroscuro: hell und dunkel
Chiaroscuro ist Italienisch und heißt wörtlich „hell-dunkel“. Leonardo da Vinci gehört zu den Malern der Renaissance, die Körper durch Übergänge von Licht zu Schatten modellierten, statt sie mit Linien zu umreißen. Caravaggio trieb das gegen Ende des 16. Jahrhunderts auf die Spitze: tiefes Schwarz, harter Lichteinfall, Figuren, die aus dem Dunkel treten. Diese Steigerung heißt Tenebrismus.

Was Licht im Akt bewirkt
Richtung, Härte und Helligkeit des Lichts bestimmen, ob ein Bild verletzlich oder kräftig wirkt. Seitenlicht zeichnet Konturen und Muskeln nach und wirft lange Schatten, wie Rembrandt es in seinen Porträts tat. Gegenlicht macht aus dem Körper eine Silhouette und lässt Raum für die Fantasie. Im Shooting entscheide ich für jedes Motiv neu, woher das Licht kommt.
Das Licht im Atelier
Die alten Meister hatten Fenster, Kerzen und Spiegel. Ich habe Profoto-Blitze, die sich sehr genau einstellen lassen: ein einzelnes Licht von der Seite oder mehrere Lichtquellen, die zusammen eine ganze Lichtskulptur bauen. Mein Atelier in Hamburg City Nord hat 140 m² und mehrere Sets.

Gold Bodypainting: Licht auf Metall
Goldfarbe reflektiert das Licht fast wie Metall. Wo es direkt auftrifft, entstehen helle Glanzlichter, daneben wird die Fläche schnell dunkel. Auguste Rodin ließ seine Skulpturen von Fotografen wie Edward Steichen aufnehmen. Beim Gold Bodypainting wird der lebende Körper selbst zur Skulptur. Mehr dazu auf der Seite Gold Bodypainting.

Der Weg in die Museen
Als eigene Kunstform setzte sich die Fotografie um 1900 mit dem Piktorialismus durch. Alfred Stieglitz und Edward Steichen kämpften dafür, dass Fotografien neben Malerei und Skulptur ausgestellt wurden. Heute hängt Aktfotografie in Galerien und Museen.

Licht und Respekt
Mit dem Licht entscheide ich, welche Teile eines Körpers sichtbar sind und welche im Schatten bleiben. Deshalb klären wir im Vorgespräch, wie viel du zeigen möchtest, und danach richte ich das Licht.

Mehr über den Akt in der Kunstgeschichte steht im Artikel Fine Art Akt als Kunstform, Bilder aus meinem Atelier zeigt die Galerie.

